
Phytotherapie
Seit Jahrtausenden vertrauen Menschen auf die Kraft der Pflanzen
Was unsere Vorfahren intuitiv wussten, ist heute wissenschaftlich belegt: Heilpflanzen enthalten hochwirksame Substanzen, die sanft und gezielt wirken. In meiner Naturheilpraxis in Zürich arbeite ich mit der Phytotherapie nach den Prinzipien der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde. Ich verbinde altes Wissen mit modernen Erkenntnissen. Jede Pflanze hat ihre eigene Qualität, ihre eigene Botschaft. Ich helfe Dir, die richtige zu finden.
Was ist Phytotherapie?
Phytotherapie bedeutet Heilen mit Pflanzen. Nicht symptomatisch, sondern ganzheitlich. Heilpflanzen wie Kamille, Johanniskraut oder Engelwurz enthalten komplexe Wirkstoffe, die Deinen Körper sanft regulieren. Sie wirken nicht isoliert wie Medikamente, sondern sprechen Dein gesamtes System an. In der TEN nutze ich Pflanzen nach ihrer humoralen Qualität. Ist Dein Körper zu kalt? Dann braucht er wärmende Pflanzen. Zu viel Hitze? Dann kühlende. Die Pflanze wird zum Verbündeten Deines Körpers.

Humoralmedizin und Säftelehre
Die Humoralmedizin betrachtet Gesundheit als Gleichgewicht der vier Körpersäfte: Sanguis (Blut), Cholera (gelbe Galle), Phlegma (Schleim) und Melancholera (schwarze Galle). Jeder Saft hat seine Qualität: warm, kalt, feucht, trocken. Krankheit entsteht, wenn dieses Gleichgewicht kippt. Heilpflanzen bringen Dich zurück in Balance. Eine kalte, feuchte Erkältung braucht wärmende, trocknende Pflanzen wie Ingwer oder Thymian. Zu viel Hitze wird mit kühlenden Pflanzen wie Malve gedämpft.

Spagyrik
Spagyrik ist die alchemistische Aufbereitung von Heilpflanzen. Durch Gärung, Destillation und Veraschung werden die Wirkstoffe auf eine höhere Ebene gehoben. Die Pflanze wird getrennt, gereinigt und wieder vereint. Was entsteht, ist mehr als nur ein Extrakt. Es ist die Essenz der Pflanze, konzentriert und energetisch verstärkt. Spagyrische Essenzen wirken tief, auch auf emotionaler Ebene. Sie sind besonders wertvoll bei chronischen Beschwerden oder wenn die Seele Unterstützung braucht.

Primärqualitäten und Elementenlehre in der Phytotherapie
Jede Heilpflanze trägt Primärqualitäten in sich: warm oder kalt, feucht oder trocken. Diese Qualitäten bestimmen, wie die Pflanze auf Deinen Körper wirkt. Engelwurz (Angelica archangelica) zum Beispiel ist im 3. Grad warm und im 2. Grad trocken. Sie erwärmt den Magen, löst Schleim in den Atemwegen, stärkt das Herz und die Gebärmutter. Ihre Wirkung ist kräftig, durchdringend, tonisierend. Sie eignet sich für Menschen mit Kältegefühl, schwacher Verdauung, chronischer Erschöpfung oder häufigen Erkältungen.
Rosmarin dagegen ist warm im 2. Grad und trocken im 2. Grad. Er fördert die Durchblutung, stärkt das Herz und die Kochung. Sein ätherisches Öl erwärmt die Hautoberfläche und regt den Kreislauf an. Weidenrinde hingegen ist kalt im 2. Grad und trocken. Sie dämpft überschüssende Hitze des Sanguis, wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend. Die Berberitze ist sauer und kühl, leitet überschüssige Cholera ab und beruhigt das Leber-Galle-System.
In der galenistischen Medizin wird eine Krankheit immer nach ihrer humoralen Ausrichtung behandelt. Ein kaltes, feuchtes Phlegma erfordert warme, trocknende Pflanzen. Eine heisse, trockene Cholera braucht kühle, befeuchtende Kräuter. Dieses Prinzip der Gegensätzlichkeit ist der Kern der Phytotherapie in der TEN. Ich schaue nicht nur auf Deine Symptome, sondern auf Deine Konstitution, Deine Säfteverteilung, Deine Lebensweise. Dann wähle ich die Pflanzen, die genau zu Dir passen. Individuell, präzise, wirksam.
Tees und individuelle Kräutermischungen
Ein guter Heilpflanzentee ist mehr als nur ein Getränk. Er ist Medizin, die Du täglich zu Dir nimmst. Ich lasse Deine Tee-mischung individuell mischen, abgestimmt auf Deine Symptome und Konstitution. Jede Pflanze hat ihre Aufgabe: Eine entzündungshemmende Basis, eine beruhigende Komponente, eine anregende Akzentnote. Die Dosierung ist präzise, die Wirkung nachhaltig. Du bekommst genaue Anleitungen zur Zubereitung. Wie lange ziehen lassen? Wie oft trinken? Alles klar erklärt.

Tinkturen und Urtinkturen
Tinkturen sind alkoholische Auszüge aus frischen oder trockenen Pflanzen. Sie enthalten die fettlöslichen und wasserlöslichen Wirkstoffe in konzentrierter Form. Ein paar Tropfen genügen, um eine starke Wirkung zu erzielen. Urtinkturen werden aus frischen Pflanzen hergestellt und haben eine besonders hohe Qualität. Sie sind lange haltbar und einfach anzuwenden. Tropfenweise in Wasser, ein bis dreimal täglich. Tinkturen eignen sich besonders bei chronischen Beschwerden oder wenn schnelle Hilfe nötig ist.
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Salben und äussere Anwendungen
Nicht alle Pflanzen wirken nur innerlich. Salben, Öle und Wickel bringen Heilkraft direkt dorthin, wo sie gebraucht wird. Eine Arnikasalbe lindert Prellungen und Zerrungen. Ein Johanniskrautöl entspannt verspannte Muskeln, beruhigt gereizte Nerven. Kohl-wickel entziehen Entzündungen die Hitze. Beinwellsalbe fördert die Heilung von Knochenbrüchen. Die Haut nimmt die Wirkstoffe auf, transportiert sie ins Gewebe. Äussere Anwendungen sind sanft, aber wirkungsvoll. Eine wertvolle Ergänzung zur inneren Therapie.

Der Säftebezug von Heilpflanzen und ihre Organwirkung
In der TEN werden Heilpflanzen nach ihrem Bezug zu den vier Körpersäften eingeteilt. Sanguis (Blut) wird durch durchblutungsfördernde, wärmende Pflanzen wie Rosmarin, Brennnessel oder Arnika gestärkt. Diese Pflanzen fördern die Kochung, erwärmen die Blutgefässe und tonisieren das Herz. Cholera (gelbe Galle) profitiert von bitteren, leberstärkenden Kräutern wie Löwenzahn, Artischocke oder Berberitze, die den Gallenfluss fördern, Verdauung anregen und überschüssige Hitze des Leber-Galle-Systems dämpfen. Phlegma (Schleim) braucht einerseits schleimstoffhaltige, befeuchtende Pflanzen wie Malve oder Eibisch bei Trockenheit und Reizhusten. Andererseits benötigt kaltes, feuchtes Phlegma wärmende, trocknende Pflanzen wie Fenchel, Thymian oder Holunderblüten, die Schleim lösen und die Bauchorgane erwärmen. Melancholera (schwarze Galle) wird durch tonisierende, aufhellende Pflanzen wie Johanniskraut, Melisse, Borretsch oder Ingwer ausgeglichen, die Wärme und Lebensfreude zurückbringen.
Dieses uralte System ist mehr als nur Theorie. Es ist eine praktische Anleitung, welche Pflanze bei welcher Störung hilft. Ein Mensch mit zu viel Sanguis, der unter Bluthochdruck, Hitzegefühl und Unruhe leidet, braucht kühlende, dämpfende Pflanzen wie Weide, Berberitze oder Schafgarbe. Ein melancholischer Mensch mit Depression, Kälte und Erschöpfung braucht wärmende, tonisierende Kräuter wie Ingwer, Zimt oder Engelwurz. Ich diagnostiziere Deine humorale Situation mittels Iris-, Puls-, Zungen- und Antlitzdiagnose und wähle dann die Pflanzen, die Dein System wieder ins Gleichgewicht bringen. Präzise. Individuell. Wirksam
Gemmotherapie
Gemmotherapie nutzt Knospen, Triebspitzen und junge Sprosse. In diesem embryonalen Gewebe steckt konzentrierte Lebenskraft und Wachstumsenergie. Birkenknospen entgiften die Nieren. Schwarze Johannisbeere hilft dem Immunsystem, regeneriert die Nebennieren. Feigenknospen beruhigen Magen und Nerven. Die Mazerate wirken sanft, tiefgreifend und regulierend. Besonders wertvoll bei chronischer Müdigkeit, Stress oder nach langen Krankheiten. Die Natur in ihrer kraftvollsten Form.

Wie läuft eine Behandlung ab?
Am Anfang steht eine ausführliche Erstanamnese. Ich nehme mir Zeit, Deine Beschwerden, Deine Lebensweise, Deine Krankheits-geschichte kennenzulernen. Ich stelle Fragen zu Verdauung, Schlaf, Kälte und Wärmeempfinden. Ich taste Deinen Puls, schaue Deine Zunge an, betrachte Deine Iris und Gesicht. All das gibt mir Hinweise auf Deine humorale Konstitution. Dann stelle ich ein Therapiekonzept mit u.a. Deiner Pflanzenmischung zusammen. Nach einigen Wochen schauen wir gemeinsam, wie es Dir geht.